
Anwendungsgebiete von Kortison
Bei Rheuma, Asthma, Haut- und Nierenkrankheiten, Gefäß-, Blut-, Darm- und Lebererkrankungen, bei Nervenkrankheiten, Schockzuständen und bei Organverpflanzungen kann mit Kortison eine Linderung erreicht werden. Ekzeme bzw. Neurodermitis (sog. atopische Dermatitis) oder die Psoriasis (Schuppenflechte) gehören zu den am häufigsten behandelten Problemen, allerdings auch bei physikalischen Hautschäden (und selbst beim Sonnenbrand) oder Störungen des Immunsystems wirkt Kortisonsalbe.
Bei leichter Phimose (Vorhautverengung) versuchen manche Patienten mit einer Kortisonsalbe Abhilfe zu schaffen. Bei einer stärkeren Verengung muss diese jedoch unbedingt vom Arzt operativ entfernt werden. Diese unkomplizierte Lösung ist weitaus einfacher als die Behandlung mit Medikamenten.
Neurodermitis (atopische Dermatitis): Das Immunsystem hat Probleme mit der Verarbeitung gewisser Stoffe, aber auch psychische Einflüsse spielen eine Rolle. Deshalb kommt es zu verschiedenartig ausgeprägten Ekzemen. Diese können am ganzen Körper auftreten. Neben der Kopfregion sind oft die Kniekehlen oder Ellenbeugen betroffen. Die chronisch-rezidivierende Krankheit Neurodermitis fällt vor allem durch ihre unterschiedlichen Intervalle auf, wo sich starke Beschwerden mit fast erscheinungsfreien Stadien abwechseln. Alleine in Deutschland leiden rund drei Millionen Menschen daran, der Großteil davon sind Kinder. Für sie ist der starke Juckreiz besonders unangenehm, da sie instinktiv kratzen und deshalb die Situation noch verschlechtern. Im Lauft der Zeit nimmt die Schwere der Krankheit immer mehr ab, wobei oft eine geschwächte Haut zurückbleibt. Neurodermitis tritt häufig auch mit Heuschnupfen oder Asthma auf.
Kontaktekzeme: In den vergangenen Jahren hat die Allergie auf Umweltstoffe immer mehr zugenommen. Diese tritt bei direktem Kontakt auf, geht dann aber schnell wieder zurück. Etwa bei einer Chrom-Nickel-Allergie (verursacht zum Beispiel durch Piercings) kann diese schnell mit Kortison behandelt werden.
Schuppenflechte (Psoriasis): Hier handelt es sich um eine Störung im Immunsystem, die zu einer Entzündung und einem verstärkten Zellwachstum führt, das bis zu sieben mal schneller ist als normal. Die Haut sieht deutlich ungesund aus und mit einer Kortikoid-Behandlung kann besonders am Anfang eines Schubes gut gegengesteuert werden. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, schwächere Symptome mit Vitamin D zu bekämpfen oder eine UV-Bestrahlung durchzuführen. In der Bundesrepublik betrifft diese Erkrankung rund zwei Millionen Menschen.
Sonnenbrand: Auch bei einer Verbrennung durch zu intensive Sonnenbestrahlung ist Kortison als Hilfe einsetzbar. Hier darf aber keine fettreiche Creme verwendet werden, denn dadurch wird die Verdunstung von Feuchtigkeit auf der Hautoberfläche verhindert, weshalb eine kühlende Wirkung nicht gegeben ist.
An der Bronchialschleimhaut ist es entzündungshemmend und bewirkt eine Abschwellung, die Hyperreaktivität der Bronchialschleimhaut wird vermindert. Bei der Bronchialmuskulatur kommt es zu einer Lösung etwaiger Krämpfe. Diese Erleichterungen treten in der Praxis frühestens eine halbe Stunde nach der Zufuhr des Medikamentes auf.