
Allgemeine Bedenken bei der Anwendung von Kortison
Kortison ist bei gelegentlicher Anwendung unproblematisch, bei längerfristigem Einsatz kommt es jedoch zu einer gewissen Abhängigkeit bei den betroffenen Hautpartien. Beim Kortison handelt es sich grundsätzlich nicht um ein Medikament, sondern eine körpereigenes Hormon. Korrekt wäre deshalb die Bezeichnung Hydrokortison oder Kortisol, die entsprechende Wirkstoffgruppe nennt sich Kortikoide, die zu den Steroiden gehört. Kortison wird in gewissen Stress-Situationen benötigt, um mit Belastungen z. b. durch seelische Beschwerden oder tatsächliche Erkrankungen etwa bei Unfällen fertig zu werden. Es reguliert den Stoffwechsel und verhindert Allergien.
Noch vor vielen Jahren dachte man, dass Kortison-Patienten mit einer Gewichtszunahme rechnen müssen und Probleme mit Wasser im Körper haben. Aufgeschwemmte Menschen gehören jedoch mittlerweile in die Vergangenheit, heute Präparate wirken viel genauer und treffen nur den eigentlichen Ort der Entzündung, weshalb es zu keinen nennenswerten Nebenwirkungen kommt. Auch die Haut wird nicht dünner, wie dies am Beginn des Einsatzes von Kortison noch möglich war.
Horrormärchen von Osteoporose (Knochenabbau) oder einer Schädigung der inneren Organe sind heute längst Geschichte. Zwar kann es bei längerfristiger Einnahme zu Schwierigkeiten kommen, diese treten jedoch normalerweise nur auf, wenn sich Patienten selbst versuchen zu heilen, ohne dass ein Arzt konsultiert wird.
Früher war das Thema Kortison besonders im Zusammenhang mit Neurodermitis bei Kindern tabu. Generell ist die Skepsis gegenüber den vorhandenen Präparaten groß. Laut Erhebungen würden immerhin 17 Prozent der Deutschen, die noch nie mit Kortison behandelt wurden, dieses generell ablehnen. Umgekehrt beträgt die Verweigerungsrate bei Menschen, die schon Erfahrungen damit haben nur acht Prozent. Kurz gesagt: Einerseits gibt es enorme Vorbehalte gegen diese Mittel, andererseits handelt es sich dabei um wirksame Präparate.
Ideal ist Kortison bei einer kurzfristigen Verwendung, allerdings können – entgegen der landläufigen Meinung – auch langfristige Erfolge erzielt werden. Nach dem sich schnell einstellenden Erfolg sollte die Behandlung übrigens nicht gleich wieder abgebrochen werden, sondern das Medikament langsam abgesetzt werden. Dadurch kommt es weniger zu Rückfällen.
Fazit: Kortison ist eine Art Wunderwaffe im Kampf gegen zahlreiche Erkrankungen. Ideal ist die Kortisonsalbe, denn diese zieht gut in die Haut ein und wird leichter verarbeitet als wenn eine Tablette genommen wird. Zwar wirken beide Formen bei den auftretenden Beschwerden ähnlich, bei der Salbe sind jedoch die Nebenwirkungen geringer. Hier bleibt der Rest des Organismus von den Wirkstoffen verschont, was für den Patienten besser ist.